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Broken-Heart-Syndrom: Rotes Herz aus Papier auf hellblauem Grunddurch Zickzacklinie in zwei Teilegeteilt.
iStock/Quils
Symbolbild

Wenn jemandem aus Kummer das Herz bricht, klingt das sehr poetisch. Doch ein Broken-Heart-Syndrom bedeutet eine ernste gesundheitliche Gefahr.

„Er hatte ihr das Herz gebrochen“, „sein Herz blutete“, „das Herz verkrampfte sich in ihrer Brust“ – solche Sätze kennen wir aus der Literatur. Gut beobachtet! Denn die theatralisch anmutenden Formulierungen beschreiben perfekt die echte Gefahr, in denen Patientinnen mit Broken-Heart-Syndrom schweben.

So äußert sich das Broken-Heart-Syndrom

Das Broken-Heart-Syndrom ist eine Erkrankung, die durch großes körperliches oder seelisches Leid ausgelöst wird. Sie greift den Herzmuskel an und beeinträchtigt seine Pumpleistung. Nach Schätzungen von Fachleuten steckt bei rund fünf Prozent aller Herzinfarkt-Verdachtsfälle ein Broken-Heart-Syndrom dahinter. Seine Symptome ähneln denen eines Herzinfarkts:

  • Schmerzen und Druckgefühl in der Brust oder im Arm
  • Herzklopfen und Zittern, manchmal verbunden mit Todesangst
  • Atemnot und Kurzatmigkeit
  • Herzrasen (Tachykardie)
  • Übelkeit
  • erhöhte Enzymwerte im Blut
  • ein auffälliges Elektrokardiogramm (EKG), das oft dem eines Infarktpatienten ähnelt
  • im Ultraschall zeigt sich eine Verformung des Herzmuskels, da die linke Herzkammer ungewöhnlich aufgebläht ist. Die Umrisse erinnerten ein japanisches Forscherteam an einen Krug, mit dem in Japan Tintenfische gefangen werden. Aus diesem Grund hat dieses Phänomen bereits vor 20 Jahren den Namen „Tako-Tsubo-Kardiomyopathie“ – „Tintenfisch-Falle“ – bekommen.

Frauen trifft es häufiger

Statistiken zeigen, dass ein Broken-Heart-Syndrom überdurchschnittlich häufig Frauen nach den Wechseljahren trifft. Nur bis zu acht Prozent der Patienten mit Broken-Heart-Syndrom sind männlich. Fachleute vermuten deshalb, dass der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren dabei eine Rolle spielt. Denn das Hormon Östrogen hat eine schützende Wirkung auf die Blutgefäße.

Stress als Auslöser

Wer bereits länger einer großen emotionalen oder körperlichen Belastung ausgesetzt war oder plötzlich großen Stress hat, etwa durch den Tod eines Angehörigen, eine Trennung oder eine schwere Erkrankung, überflutet seinen Körper mit Stresshormonen wie Adrenalin, Noradrenalin oder Cortisol. Das hat zur Folge, dass sich Muskeln und Blutgefäße verkrampfen. Das kann auch den Herzmuskel und die Herzkranzgefäße betreffen. Im Gegensatz zu einem Herzinfarkt sterben bei einem Broken-Heart-Syndrom aber keine Teile des Herzmuskels ab. Ungefährlich ist diese Krankheit trotzdem nicht. In der akuten Phase kann sie lebensbedrohlich verlaufen. Denn Herzrhythmusstörungen, Lungenödeme oder ein kardiogener Schock, bei dem das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen, können als Komplikationen auftreten.

… und die Heilungschancen?

Die stehen gut. In der Regel erholt sich der Herzmuskel wieder und die Symptome verschwinden, Narben oder geschädigte Bereiche entstehen nicht. Bis dahin gilt, dass akut Betroffene im Krankenhaus überwacht werden. Eine medikamentöse Therapie mit Betablockern ist häufig das Mittel der Wahl. Das Herz schlägt langsamer, der Blutdruck sinkt und möglichen Herzrhythmusstörungen wird vorgebeugt. Auch andere Medikamente, die bei Herzerkrankungen eingesetzt werden, können abhängig von den Symptomen infrage kommen. Dazu zählen ACE-Hemmer, Thrombozytenaggregationshemmer oder zum Beispiel entwässernde Medikamente (Diuretika) bei Ödemen in Lunge oder Beinen. Dadurch soll gesichert werden, dass der Herzmuskel nicht mehr durch Stresshormone angegriffen werden kann. Bis man wieder gesund ist, können Wochen, aber auch mehrere Monate vergehen.

Erneutem Anfall vorbeugen

„Versuch dich zu entspannen!“ – In Krisensituationen ist dieser gut gemeinte Rat für Betroffene oft schwer umzusetzen. Dennoch ist die beste Vorbeugung vor einem Broken-Heart-Syndrom, den Pegel von negativem Stress im Alltag so tief wie möglich zu halten. Besonders Frauen tun sich damit jedoch häufig schwer. Hier einige Tipps, die einen Versuch wert sind:

Gegen negativen Stress wirken Yoga, Tai-Chi oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Wer keine Lust auf einen Präsenzkurs hat, findet gute Anleitungen auch mit Entspannungs-Apps. Infos zu Kursen und gegebenenfalls zur Kostenübernahme bieten die Krankenkassen an. Geeignete Mittel für mehr Entspannung und gesunden Schlaf wie beispielsweise Lavendel-Produkte erhalten Sie bei uns in der Apotheke.
Wer Körper und Psyche etwas Gutes tun will, gönnt sich täglich eine Extraportion Bewegung. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen bis 64 Jahre mindestens zweieinhalb bis fünf Stunden pro Woche moderate bis intensive sportliche Aktivität. Bevor Sie jetzt gleich losflitzen – sprechen Sie zunächst mit Ihrem behandelnden Arzt, welche Sportarten am besten für Ihr Herz geeignet sind. Infos zu rückenfreundlichen Sportarten haben wir im Beitrag „Bewegung! 5 rückenfreundliche Sportarten“ für Sie zusammengestellt.
Ein Broken-Heart-Syndrom zeigt: Jetzt ist Alarmstufe Rot! Doch häufig lassen sich weder das tägliche Hamsterrad noch das ständig kreisende Kopfkarussell so einfach stoppen. Scheuen Sie sich deshalb nicht davor, Hilfe zu holen, beispielsweise im Rahmen einer psychotherapeutischen Begleitung oder einer Hilfe im Haushalt.

Entspannt durch den Tag

Welche Form der Entspannung individuell funktioniert, muss jeder ein Stück weit für sich selbst entdecken. Unterstützend wirken Arzneimittel aus Passionsblume oder Rosenwurz, Tees oder homöopathische Mittel, die das Wohlbefinden und die Widerstandskraft bei Stress steigern und gereizte Nerven beruhigen. Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gern.

Paul Müller,

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